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Berlin: «Kultur Mosaik» kehrt in die Lohmühle zurück

Nach einem Jahr Pause ist «Kultur Mosaik Berlin» zurück. Am 15. August spielen in der Wagenburg Lohmühle fünf Bands, von Sabar-Trommeln bis Salsa, dazu gibt es Essen, Kunst und einen Nachmittag, der bis in den Abend geht. Bezahlt wird per Spende — und die geht an Hilfs- und Gemeinschaftsprojekte.

Von Tashi Engelhardt 8. August 2026 · 15:23 Uhr · 4 Min. Lesezeit
Berlin: «Kultur Mosaik» kehrt in die Lohmühle zurück Foto: Kultur Mosaik Berlin
Ein Bild vom letzten Kultur Mosaik, bevor die Pause kam.

Diesmal steht wieder ein ganzer Tag auf dem Plan, von 13 bis 22 Uhr an der Lohmühlenstraße. Wer den Platz kennt, weiß, wie es dort aussieht. Zwischen Bauwagen und Hochbeeten steht eine Bühne, die sich die Bewohner selbst gebaut haben.

Das ist kein beliebiger Veranstaltungsort. Die Lohmühle ist seit den frühen Neunzigern ein Wagendorf, entstanden auf dem ehemaligen Mauerstreifen, und Konzerte gehören dort seit jeher dazu. Ein Festival, das ohne festen Eintrittspreis auskommt, passt an kaum einen anderen Ort in der Stadt so gut.

Das Line-up

Yoro M'baye eröffnet mit Mbalax, der Popmusik Senegals, in der Sabar-Trommeln den Takt vorgeben. Djemma Labhaa & The African Blues Band bleiben mit Afro Soul und African Blues auf demselben Kontinent, nur ein paar tausend Kilometer weiter.

Der zweite Teil des Abends schaut nach Lateinamerika. Cayeye spielen Salsa Brava, Despapaye verbinden Cumbia mit Jazz und Punk. Zum Ausklang legen die DJs von Necios auf — Reggaeton, Cumbia, Salsa.

Workshops, Filme & Tattoos

Zwischen den Auftritten passiert einiges. Es gibt einen Collage-Workshop und einen Vortrag, dazu werden Kurzfilme aus Palästina gezeigt. In der Scheune gibt es Kunst zu sehen. Wer Lust hat, kann sich ein Hand-Poke-Tattoo stechen lassen. Auffällig ist, wie viel davon zum Mitmachen gedacht ist. Die Künstlerinnen und Künstler wurden über einen offenen Aufruf gefunden, jeder konnte sich melden. Es soll eben nicht nur zugeschaut werden.

Für Essen und Getränke ist gesorgt, und zwar den ganzen Tag über. Wer mit Kindern kommt, ist auf dem Gelände gut aufgehoben — Platz gibt es genug, und Autos fahren dort keine.

Wer dahintersteckt

Hinter dem Festival steht ein Kollektiv, das sich selbst als kulturpolitisch bezeichnet. Es geht darum, ein wertschätzendes Umfeld zu schaffen, ein Mit- und Füreinander, sich gegenseitig zu stärken, Empowerment, vor allem Räume zu schaffen, in denen gegenseitige Unterstützung, Solidarität und kollektives Handeln selbstverständlich sind und damit einen Gegenentwurf zu einer individualistisch und kapitalistisch geprägten Gesellschaft.

«Gemeinschaft entsteht nicht von selbst», heißt es aus dem Kollektiv. «Sie entsteht dort, wo Menschen sich füreinander öffnen und Verantwortung übernehmen.» Svenja Kärcher, die Co-Founderin von Kultur Mosaik, beschreibt Gemeinschaft als etwas, das keine exklusive Szene und kein geschlossener Kreis ist — sondern dass in jeder Begegnung stecken kann, in jedem geteilten Essen und in jeder Geste gegenseitiger Fürsorge.

Die Spenden bleiben nicht in Berlin

Alle, die auftreten oder mithelfen, bringen ihre Arbeit ein. Das Festival trägt sich also über die Leute, die es machen, und nicht über einen Etat. Was über Essen, Getränke und Spenden zusammenkommt, geht an Gemeinschaftsprojekte in Uganda und an Menschen in Venezuela, die das Erdbeben getroffen hat. Der Verkauf der Pins kommt Familien in Palästina und im Libanon zugute.

Wer am Samstag also ohnehin noch nichts vorhat: Das Bier finanziert hier etwas mit.

Das Wichtigste in Kürze

Kultur Mosaik Berlin 2026
Samstag, 15. August 2026, 13 bis 22 Uhr
Wagenburg Lohmühle, Lohmühlenstraße 17, 12435 Berlin
Eintritt auf Spendenbasis, alle sind willkommen
Mehr unter «@kulturmosaikberlin»

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